Sonntag, 9. November 2008

Freifahrten für Schwerbehinderte



Ja, wenn jetzt jemand glaubt, der Staat lässt die Behinderten im Regen stehen, weit gefehlt! Als Schwerbehinderter bekommt man steuerliche Vorteile (bei nicht vorhandener Arbeit? Wo arbeiten die denn noch?), Freifahrten im 50-km-Umkreis und im Verbundnetz und auf bestimmten deutschen Bahnstrecken.


Das Amt schickt Ausweis, Wertmarke und Streckenberechtigung mit dem großen Vermerk: "Bitte nicht uns nach Details fragen, das weiß nur die Bahn!" Aha. Also kann man zunächst noch nicht viel machen, ja, klar im nahen Umfeld öffentliche Verkehrsmittel benutzen, aber wie weit? 50 km? Oder doch im gesamten Verbundnetz? Das wäre hier das Netz Westpfalz/Neckar/Rhein. Und das geht bis fast Mainz, Würzburg, Wissembourg/Frankreich und Wörth, Bad Mergentheim, Bad Rappenau etc.! Wie machen das die vielen Millionen Behinderten (8 Mio) in Deutschland? Nützen sie das tolle Angebot oder nicht? Man sieht schon einige ...

Und was ist mit den Streckenteilen der Bahn, da dürfen ja einige verwendet werden außerhalb der 50-km-Grenze, aber anders angegeben als in dem amtlichen Streckenverzeichnis. Darf ein Westpfälzer dann bis Mainz fahren oder nur bis Bad Kreuznach oder gar von Düsseldorf nach Dortmund? Aber dazwischen? Darf er von Saarbrücken bis Pirmasens und dann ins Netz umsteigen oder ist Endstation? Kann er von Landstuhl nach Kaiserslautern, Mannheim nach Heidelberg mit der Bahn oder nicht?

Man findet keine Auskunft darüber. Also muss man erst mal Rücksprache mit dem Bahnservice und der Verbundnetz-Zentrale führen und die Philosophie der Freifahrten sich erläutern lassen. Das Amt entzieht sich, das kassiert nur die Eigenbeteiligung und macht dann schnell die Tür zu. Was kommt auf einen zu? Telefonieren, Internet, passende Kundenberater suchen, Auskunft hoffentlich bekommen...

Wie war das mit der Barrierefreiheit? In diesem Fall fast nicht vorhanden, aber ins Museum einmal im Jahr leicht hineinkommen ... Bahnfahren, nichts als Umstand, Umstand, aber wenn man es mal kapiert hat, könnte es schön werden, wenn es wirklich so funktioniert... Oder besser die 100 EUR für die jährliche Steuerermäßigung KFZ verwenden? Scheint doch irgendwie verhältnismäßig deutlich weniger zu sein als Freifahrten, bei neuem Auto entfällt das sowieso. Wohl weg vom Auto hin zur Bahn. Was hat man sich dabei gedacht? Bleibt zu Hause, ihr gefährdet eh nur die Mitmenschen?

Kommentare:

Weiße Rose hat gesagt…

Das klinkt so ob du was gegen uns hättes. Es bekommt man nicht einfach so eine Wertmarke mit die man einfach so fahren kann. Als Schwerbehinderter ist es schwerer im Gesellschaftlichen leben teil zu nehmen. Ob es auf dem Arbeitsmarkt ist oder sonst wo. Ein Arbeitgeber stellt uns nicht ein weil wir Kündigunsschutz haben. Wir haben es schwerer als ihr Gesunden, ihr habt ein Himmel auf Erden. Da können wir nur träumen.

Euch stehen alle Türen offen was wollt ihr mehr. Ihr Gesunden könnt nur Diskrimminieren. Was anderes könnt ihr nicht.

Ihr werdet uns nie Verstehen. Nie im Leben.

Weiße Rose

Anonym hat gesagt…

Das klinkt so ob du was gegen uns hättes. Es bekommt man nicht einfach so eine Wertmarke mit die man einfach so fahren kann. Als Schwerbehinderter ist es schwerer im Gesellschaftlichen leben teil zu nehmen. Ob es auf dem Arbeitsmarkt ist oder sonst wo. Ein Arbeitgeber stellt uns nicht ein weil wir Kündigunsschutz haben. Wir haben es schwerer als ihr Gesunden, ihr habt ein Himmel auf Erden. Da können wir nur träumen.

Euch stehen alle Türen offen was wollt ihr mehr. Ihr Gesunden könnt nur Diskrimminieren. Was anderes könnt ihr nicht.

Ihr werdet uns nie Verstehen. Nie im Leben.

Weiße Rose

Dailywrite hat gesagt…

aber nein, das hast du falsch verstanden. Ich erkenne eure Lage stärker als früher, weil es mir mehr und mehr auch so geht...

siehe auch den Beitrag vom 5.5.2009.