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Dienstag, 10. Januar 2012

Porno-Affären jetzt auch beim Lieblingsverlag der Bischöfe






Auch in den Betrieben der Kirche fängt es an zu kochen. Nein, nein, nicht die Mitarbeiter! Die Produkte! Und gerade in diesem Renommierbetrieb der Katholiken: die Verlagsgruppe Weltbild. Der Papst hat sich beschwert, der Weltbild-Aufsichtsratchef Donaubauer ist Anfang Dezember zurückgetreten, und die Bistümer schweigen mehr als dass sie sprechen.

Das Trierer Bistum äußerte: "Angesichts (…) der Debatte über die Verwobenheit des Unternehmens mit der Produktion und dem Vertrieb literarischer Erzeugnisse, die der Menschenwürde und damit der Verkündigung und Lehre der Katholischen Kirche zutiefst widersprechen", sei der Rücktritt Donaubauers als eine erste persönliche Konsequenz zu verstehen

Der zu 100 Prozent der katholischen Kirche gehörende Verlag ist seit Wochen in den Schlagzeilen, weil er Bücher und DVDs vertreibt, die sich wohl kein Pastor sichtbar ins Regal stellen würde. Dazu gehören Titel wie "Anwaltshure", "Vögelbar" oder "Schlampeninternat".

Die Vorwürfe sind nicht neu, werden schon seit Jahren immer wieder erhoben. Eine Zeitlang wurden Militaria- und fast schon Kriegsverherrlichung betrieben, aber in der Kreuzzugstradition der Katholiken war das noch toleriert. Auch andere Titel passten nicht so recht ins kirchliche Programm - aber egal, der Umsatz allein zählt. Heute schafft der Konzern nach eigenen Angaben 1,7 Mrd. Euro Umsatz. Doch dieses Mal - wohl auch vor dem Hintergrund des Moralitätsverlusts durch die Kinderschändungen durch Priester und Pädagogen - werden die Vorwürfe streng verfolgt.
 In diesem Zusammenhang ist auch die Äußerung Papst Benedikts XVI. zu sehen, der beim Empfang des neuen deutschen Botschafters im Vatikan die "weite Verbreitung von Material erotischen oder pornografischen Inhalts" anprangerte. Und ein Engagement des Heiligen Stuhls gegen diese Missstände ankündigte. Also erst einmal vor der eigenen Haustür kehren ...Zwölf Bistümer sind an der Gruppe beteiligt, darunter mit knapp 4,3 Prozent auch das Bistum Trier.

Was kann man erwarten? Trennt sich die Kirche von dem umsatzstarken Weltbildverlag, wie dies das Erzbistum Köln fordert? Oder großes Reinemachen mit Umsatzeinbußen? Den Mitarbeitern wird seit vielen Jahren wohl erst einmal klar, bei wem sie da arbeiten ...

Mittwoch, 8. Juli 2009

Es ist die Gier ...


..., die uns das Wirtschaftssystem kaputt macht. Woher das stammt? Von Papst Benedikt XVI.

Der Papst rechnet in seiner ersten Sozialenzyklika ganz deutlich mit der Welt, vor allem dem marktwirtschaftlichen Liberalismus ab. Der ist schuld an den Auswüchsen ...



Wo ist der Ausweg?
Der Papst fordert mehr staatliche Regulierung, was uns suspekt erscheint. In diesen Zeiten noch mehr staatliche Regulierung? Ist das wirklich der Weg? In den USA vielleicht... Wie lange soll das gültig sein? Ein, zwei, zehn oder mehr Jahre? Ist es bei uns nicht eher die Deregulierung?
Strenge Strafen bei Preisabsprachen, so zurzeit für EON und GdF Suez (F) für 30-jährige Praxis schlappe 1,1 Milliarden etc. pp.
Ein komplett regulierter Markt steht still - das kann keine Lösung sein.
Oder verdient der Staat eben ab und zu legal mit an den Umsatzmilliarden der Stromleute & Co? Wie verbandelt die beiden sind, sieht man auch deutlich bei dem Google-Gratisvideo "Zeitgeist" (knapp 2 h; Hinweis von Seinsweise). Das Großkapital, die Bankenkartelle drehen die Geschichtsmaschine...., inszenieren Kriege, verdienen auf allen Seiten, haben die Krise herbeigeführt ...

Sicher der rechtliche Rahmen für anständiges Handeln von Unternehmen muss stimmen, aber schaffen wir den je natürlich herzustellen? Kommen die Vorstände und ihr Management in die Kirche zur Buße, entsagen sie der Gier? Diese Kontrolle, am besten noch mit Kirchenhilfe (?), scheint völlig obsolet. Jagd auf die Gierigen, Verheißung der Hölle bei totaler Gier? Inquisition?
Welche Feindbilder benötigen wir?

Aussichtslos, wenn selbst die Macher bei Staat, Kirche und Industrie dem Gelde nicht abgeneigt, in vielen Ländern gar völlig korrupt sind.

Der raffgierige Gewissenlose treibt eben sein Unwesen... Selbst hinter den Insolvenzfassaden wird noch verdient.

Die Haltung des Dalai Lamas kommt der Problematik schon näher, aber die Verwirklichung ebenso idealistisch. Der Dalai Lama bekennt sich dabei als marxistischer Mönch ...und bezeichnet die Gier in Unternehmen als Hauptproblem.