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Dienstag, 13. April 2010

Erwerbsminderung heißt heute immer noch die A-Karte ziehen

... und mehr, fast schon 2 A-Karten, denn es gibt nicht mehr viel für den Lebensunterhalt. Ist ja auch nicht nötig, Hauptsache unsere Beamten haben ihr täglich trocken Brot. Es werden heute geringere Beträge ausgezahlt als die Leistungen für Hartz-IV-Bezieher ausmachen. Sage und schreibe durchschnittlich 691 EUR (West) und 623 EUR Erwerbsminderungsrente (Ost).
Das sind 130 EUR weniger als vor 8 Jahren. Gibt es dafür eine Begründung? Nein, die Haushaltsführung kürzt nicht nur hier, sondern auch bei den Renten allgemein, den Altersrenten. Die ja auch nur gering ausfallen, sogar nach Prognose Ende der 2020er-Jahre bei nur 600 EUR liegen werden, also unter Hartz IV und Grundsicherung zurzeit! Sind das nicht rosige Aussichten?
Und Nummer 3: Im Hartz-IV-Bereich gibt es bereits 1,5 Mio Bezieher, die ihre Zuzahlungen und rezeptfreien Medikamente nicht mehr bezahlen können. Deshalb werden jetzt nach dem Vorbild der kostenlosen Tafeln und Sozialkaufhäuser auch kostenlose Medikamentenabgaben eingerichtet. Und das scheint schmerzlos zu gehen.

Freitag, 27. November 2009

Deutsche Schicksale: Heinz




Selten bekommt man sie zu Gesicht, aber wenn man sie trifft, weiß man, warum es besser ist, ihnen aus dem Weg zu gehen: Wohnnomaden.

Den ich kennen lernte ist einer von den Sesshafteren, aber sein letzter Auszug vor Jahren war ebenfalls ein Rechtsfall. Der Vermieter verlangte Totalrenovierung und bekam über zehntausend Mark zur Wiedergutmachung zugesprochen. Normalerweise sind Wohnnomaden Sozialhilfeempfänger, haben kein Geld, schulden die Miete und können nicht groß haftbar gemacht werden. Dieser hier - nennen wir ihn Heinz - hat eine kleine Rente, wodurch er belangt werden konnte.

Heinz' Problem ist seine Paranoia, die ihn jede Nacht befürchten lässt, Unbekannte griffen ihn an. Er hat sich verbarrikadiert und einige Fallen eingebaut, damit niemand reinkommt, lagert Maschinenteile und Werkzeuge in einem Wohnzimmer im Erdgeschoß, das wegen Hanglage durch und durch mit Wasser unterspült ist. Die Bohlen verfault, Schimmelgeruch in der Luft. Gegen das eingedrungene Giftgas laufen stundenlang Luftabzugsventilatoren, die mit einem meterlangen Schlauch aus dem Inneren Luft ziehen... Alles wird achtlos behandelt, nur seine Habseligkeiten nicht, Teile werden rein- und rausgeschleppt, Wärme gibt es nur unten im Eingangsbereich, wo man aufpassen muss, nicht über den Ofen zu stolpern. Sein Wohnraum hängt voll mit Kleidern, alles steht und liegt voll. Wäre er behindert, würde man es verstehen, so merkt man, dass er keine Häuslichkeit entwickeln kann, nur ein Besucher und Werkstattbenutzer ist.

Seine Spezialität sind Hilfeleistungen bei KFZ, wo er Dinge repariert und andere kaputt macht, um wieder etwas reparieren zu können. In der Regel wird er an einem Objekt immer destruktiver und so mancher Motor wird niemals mehr laufen, allenfalls holprig. Dabei geht es Heinz nur darum, Verbündete zu finden, im Kampf gegen das nächtliche Giftgas. Zu reden und
etwas zu unternehmen.

Es ist ein Drama, das nicht zu beheben ist, denn was bleibt ist nur die Klapsmühle, und die wäre das Ende für seine betagte Beweglichkeit. Sein größter Luxus ist ein angemieteter Hangar, den er in kurzer Zeit mit Schrottautos vollgestopft hatte. Das kostet ihn jeden Monat viel Miete ... aber er will es so und glaubt, das alles wieder mit Gewinn verkaufen zu können.

Muss er gehen, ist das Haus nicht mehr wert als ein Abbruchhaus, es muss innen wie außen totalüberholt, entrümpelt und unter Seife gesetzt werden....



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Samstag, 10. Oktober 2009

Frisch gewählt und schon geschoren


Es bleibt eben nie aus, wir müssen wieder Fell lassen, Schonvermögen ein bisschen hoch, ALG II ein bisschen runter, Gesundheit/Pflege kostet mehr, Arbeit Mangelware, Betriebsräte und Gewerkschafter reduzieren, Steuersenkung wegen Steuermindereinnahmen nicht verwirklichbar ... (unser Staat ist zu teuer! Die Verwaltung muss runtergefahren werden.)


(Foto: privat 2009)

Alle 4 Jahre oder eigentlich in jedem Regierungsjahr tauchen diese Probleme auf und sind schwer in den Griff zu bringen, viele Rezepte, die in Teilerfolgen sensationell gefeiert werden, aber gelöst ist nichts. Erst mit einer Arbeitsmarktkonsolidierung kann das Problem des Sozialtropfes gelöst werden (den Sozialgeldmissbrauch mal ganz außer Acht gelassen). Auch der irrsinnige teure Gesundheits- und Pflegesektor kann die Patienten nicht länger über Gebühr belasten. Der Bürger braucht Arbeit und eine verkraftbare Belastung an Steuer- und Sozialabgaben. Das schaffen viele Millionen nicht mehr.


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Donnerstag, 2. Juli 2009

Arbeiten unter der Knute?

Die Alternative zu Hartz heißt so...? 20 % arbeiten unter 9,60 die Stunde, wobei das ja gut bezahlt wäre ...

Wallrafs Berichte immer wieder ein Knüller. Schuften im rheinland-pfälzischen Stromberg/Hunsrück:
http://www.zeit.de/2008/19/Wallraff-19

Unbarmherzige Selbstreflexion und Penetranz gegen den Angerufenen im Callcenter Köln-Turm
http://www.zeit.de/2007/22/Guenter-Wallraff

80 Wochenstunden für Azubis im Gourmetrestaurant Wartenberger Mühle bei Kaiserslautern
http://www.zeit.de/online/2009/27/wallraff-interview

Keine pfälzer oder rheinländischen Frohnaturen... Peitsche! Kann man da noch Respekt vor dieser Mentalität hier haben? Reaktionsbildung, das Gegenteil tun, sich verhartzen lassen, lautet das Echo der Getretenen.





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Kleinliches Versauern und Glück bei Bratkartoffeln?

Habt ihr euch mal überlegt, was den Leuten zugemutet wird mit unserem Sozialsystem? Dieses macht nichts anderes als neue Sozialfälle zu produzieren, um eine Legitimation zu haben. Wer Hartz IV-bezugsberechtigt ist, darf frei kombinieren. Hartz plus Freibrille, Hartz plus Freiputzfrau, Hartz plus Reintegration etc. pp.

Der normale Verarmte oder Gestolperte kriegt nichts davon, als ob er es nicht nötig hätte. Und Behinderte? 8 Millionen? Die sowieso nicht ...

Behinderte ohne Hartz oder psychische Dauererkrankung werden in der Regel nicht beratend oder aktiv unterstützt, Pech gehabt. Kein Ansatzpunkt für die Sozialmaschinerie.

François Truffaut, französischer Regisseur, bemerkte einmal: „Pleite zu sein ist ein vorübergehender Zustand, Armut eine Geisteshaltung.“



Der zweite Teil dieser Geisteshaltung wird gezüchtet und gehegt,
  • vom Totalbezieher bis zum 1-Euro-Produkt und -Job. Auch 8 Millionen Bürger inkl. Grundsicherungsbezieher.
  • Von der Insolvenz und Staatskasseausschlachtung bis zu Minderlöhnen. Hinter den Kulissen? Geldanhäufung zum Abwinken.

Wo soll das eigentlich hinführen? Was sagen unsere Staatsdenker dazu? Unsere Verwaltung, Organisation ist so restriktiv, dass ein Sklavenstaat rauskommt am Ende. Handlung untersagt.


Gegentherapie: vom

Gute und soziale Menschen
haben kein Geld

zum

Ich schaffe mir meine erfolgreiche und erfüllte Zukunft.
Ich wähle nur noch Parteien, die unsere wesentlichen Aufgaben friedvoll erfüllen und der Lüge abschwören. ;-)

Lasst die Blätter rauschen, Blogger und Journalisten, macht die Leute stark! Schluss mit Horror, Sensationsgeilheit und Verdummung.



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Dienstag, 5. Mai 2009

Behindert und aus?

Ja,leider, so ist das ... nach der
mehrstufigen großen Gesundheitsreform, die
alle wollten:

Die machen jetzt so, als ob 60 Grad
Behinderung einen immer noch befähige über
die Wiesen zu springen, locker zu
arbeiten.... es gibt so leicht keine
Erwerbsminderung oder gar -rente.
Die Versicherung winkt ab, wenn es ein alter
Vertrag mit Zahlung ab 50% mentaler
Beeinträchtigung (Birne kaputt) ist. Denn das
kriegt man so schnell nicht. Also Berufsunfähigkeit
auch nichts. Bei den neuen mit 25 %-Grenze k a n n
was drin sein. Aber ich glaube nichts, bis ich
Beispiele höre, die das bekamen...

Schon die Reha kriegt man oft nur mit Berechtigungs-
prüfung. So bleibt einiges auf der Strecke....

Konsequenz: Eigentlich müsste man sich
verhartzen lassen von diesen merkwürdigen
Zwängen eines unfähigen Systems. Dumm, wenn
man gearbeitet hat, da ist man erst bei der
Totalprivatinsolvenz Hartz IV oder man
bescheißt. Dahinvegetieren und verarmen, so
wünscht sich das der Sozialstaat von heute.
Mit der Berechtigung, dass der Missbrauch
schrumpft, aber immer noch Hunderttausende
rumturnen und betrügen. Aber wo ist das
Gegenangebot? Wo kann man arbeiten? Peifedeckel!

Auch arbeiten über Integrationsfirmen ist ein
Witz, Fließband, Großbäckerei, Teller
waschen... alles ein Hohn.... keine
angemessenen Arbeiten ..., Aushilfsniveau!
Reine Propaganda der jeweiligen Regierungsparteien.
Es steht nichts dahinter. Nur die alten
Behindertensubventionen und Maßnahmen durch
B.-Werkstätten für Geistigbehinderte oder Schwerstkörper-
behinderte und Integration in Aushilfsjobs von vielleicht
mal 1000 anderen behinderten Leuten in ganz RLP. Hier gibts
rund 380.000 Behinderte, in ganz Deutschland 8 Mio!

Findest du einen Job, rufst du das INTEGRATIONSAMT an
und sie zahlen großzügig eine Zulage für den Anbieter.

Suchen und Vermitteln durch das Amt ist nicht!

Frust, jeden Tag.... da lernt man auch mit
wenig Ansprüchen und Kohle zu leben. Und
immer die Sorge, wie schaff ich es.
Behinderte in D haben es schwer. Der VdK hat
absolut Recht und findet meine volle Unterstützung.
Aber dessen Erfolge sind auch nur
punktuell spürbar. Die großen Parteien und
Gewerkschaften arbeiten zwar gezielt mit dem VdK
zusammen. Aber den Parteien sind zumeist die
Hände gebunden, bis mal was im Bundestag durch ist ....
MP Beck kann RLP auch nicht retten: Kauft Fiat, fällt
Kaiserslautern. Aber das Engagement macht sich gut,
so oder so.


Und immerhin hat man ja Freifahrten ab Schwerbehinderung
(den Haken siehe im Beitrag "Freifahrten für Schwerbehinderte") ...



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Donnerstag, 22. Januar 2009

Rheinland-Pfalz: Das Fernsehen kommt ....

... ja! In unser kleines, missratenes und hässliches Dorf im Kuseler Musikantenland kommt der SWR (das dritte Programm) und dreht einen Beitrag. Wahrscheinlich letzter Hilferuf des Bürgermeisters, macht doch ein bisschen Werbung: Wir saufen ab, mit dem gesamten Landkreis. Heute und morgen werden alle 187 (?) Einwohner als Statisten vorm Wirtshaus zusammengetrommelt, um Einigkeit und Schönheit zu präsentieren.

Wer steht in der ersten Reihe? A. Binnidumm, die heimliche Herrscherin über Stadtverwaltung und öffentliche Meinung, Fürstin asozialer Herkunft und Meisterin der primitiven Intrigen, Spuck- und Tretkampagnen von fortgeschrittenem Alter. Neben ihr, Harri Kahlschädel, asozial (macht Behinderten wieder den Parkplatz streitig), SONKÖ (Sonderschüler ohne nennenswerte Kenntnisse mit massivem Ödipus-Syndrom) und völlig pressegeil, neuerdings wieder Kompagnon seiner fast doppelt so alten Zuflüsterin A.B.

Unser Dorf soll schöner werden, mehr Sozialgeld und Freibier!